Wirkungsweise und Prinzipien in der Osteopathie

Die Grundlage der osteopathischen Prinzipien stellt die Anatomie (Körperbau) und Physiologie (Funktionsweise) dar, wie sie auch in der Schulmedizin gelehrt wird.

Ganzheitliche Betrachtung Körper, Geist und Seele

Die selbstregulierenden Kräfte des Körpers

Heutzutage werden viele Therapiemethoden leider allzu oft als ganzheitlich bezeichnet.
Alle Teile des Körpers bilden gemeinsam eine Einheit, die nur als solche tadellos funktionieren kann. Daher versucht der Osteopath sich zunächst ein Bild über möglichst alle inneren Einflüsse und deren Wechselwirkungen zueinander zu machen:

Dazu gehören das parietale System (Stützsystem), bestehend aus Knochen, Muskeln, Bindegeweben, Gelenken, Sehnen und Bändern.
Ein weiterer Bestandteil ist das viscerale System, das alle inneren Organe und deren Bindegewebshüllen, sowie das zugehörige Gefäß- und Nervensystem mit einschließt.
Der dritte Bereich stellt das craniosacrale System dar. Dabei ist entscheidend, dass der Schädel (Cranium) aus zahlreichen einzelnen Knochen besteht, die zueinander im Normalfall eine leichte Beweglichkeit aufweisen. Innerhalb der knöchernen Strukturen befindet sich, umhüllt von den Gehirnhäuten und umgeben von Liquor (Gehirnflüssigkeit), das Gehirn. Dieses geht über in das Rückenmark, das gemeinsam mit den Hirnhäuten innerhalb der Wirbelsäule verläuft, welche Verbindungen zum Kreuzbein (Sacrum) und Steißbein aufweisen.

Auf der anderen Seite durchleuchtet der Osteopath aber auch die äußeren Einflüsse, wie das soziale Umfeld und eventuelle psychische Belastungen, die Ernährung, die Arbeits- und Freizeitbelastungen etc.

Geist und Seele können nicht immer genau einem inneren oder äußeren Einfluss zugeordnet werden, sind aber untrennbar mit dem Körper verbunden und spielen in der Osteopathie eine wesentliche Rolle. Dazu werden Emotionen, Glaubensgrundsätze, Denken, Fühlen, Spiritualität, Ethik und Moral gezählt.
Damit sind alle körpereigenen Stoffe, Reflexe und Mechanismen gemeint, die aktiviert werden, um den Körper von Krankheiten abzuhalten. Sollte doch eine Verletzung oder Erkrankung aufgetreten sein, so unterstützen sie den Körper bei seiner Gesundung.
Die Osteopathie behauptet nicht, heilen zu können, sondern beschränkt sich darauf, diese Selbstheilungskräfte im Körper zu aktivieren und zu unterstützen.

Funktion und Struktur

"Aus der Funktion, die ein Organ erfüllen muss, ergibt sich dessen Form." (Charles Darwin)
Verändert sich die Belastung und somit die Funktion, so verändert sich auch die Struktur, wie es beim Knochen (z.B. Kieferknochen vor und nach den Zähnen), bei der Muskulatur (Auf- und Abbau je nach Belastung) und bei der Beweglichkeit von Gelenken beobachtbar ist.

Der Osteopath kann funktionelle Störungen ertasten (Ausmaß und vor allem Qualität der Bewegung), noch lange bevor es zu einem strukturellen Schaden kommt.
Durch die Behandlung wird die Beweglichkeit verbessert und somit die Funktion.

Einen möglichen Schaden an der Struktur kann der Osteopath nicht beheben, dazu werden aber die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

Das Gefäßsystem

Jede einzelne Struktur bis hin zur kleinsten Zelle kann nur leben, wenn sie ausreichend mit Sauerstoff, Nährstoffen, Hormonen und Enzymen über die Gefäße (Arterien) versorgt wird und Schlackenstoffe wie z.B. Kohlendioxid und Harnstoffe über andere Gefäße (Venen) abtransportiert werden können. Passiert das nicht, erkrankt das Gewebe.
Die Regulation und Kontrolle üben dabei das Nerven- und Hormonsystem aus.
Eine Körperabwehr (z.B. gegen Bakterien, Entzündungen) und der Transport von Selbstheilungskräften (bei Wunden, Brüche etc.) sind nur über ein funktionierendes Gefäßsystem möglich.
Der Osteopath kann Einschränkungen in diesem System ertasten und sie mit verschiedenen Techniken behandeln. Damit verbessert sich die Durchblutungssituation und der Körper kann leichter heilen.
 
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